Historie

Musikverein 1883 ORSCHOLZ e.V.

Mitglied im Bund Saarländischer Musikvereine (BSM)

Inhaber der „Pro Musica Plakette"

Sinn und Zweck des Vereins sind:

Pflege der Amateurmusik und der Gemeinschaft. Der Verein verfolgt unmittelbar und ausschließlich gemeinnützige Ziele. Der Aufgabenbereich umfasst die Durchführung regelmäßiger Proben, Aufführung von Konzerten, Heranführung junger Menschen zur Musik, Teilnahme an Veranstaltungen des BSM und die Mitwirkung an kulturellen Veranstaltungen der Zivil- und der Kirchengemeinde.

Aus der Vereinsgeschichte:

Im Jahre 1883 schlossen sich ehemalige Tanzmusiker unter dem Vereinsgründer Josef Zengerly zusammen. Musikverein „LYRA ORSCHOLZ" nannte man sich fortan. Anzahl der Gründer und Musiker sind nicht bekannt. Die Angaben vom Gründungsjahr sind einer Fotografie vom 40-jährigen Stiftungsfest 1883-1923 entnommen. Einen geschäftsführenden Vorstand gab es noch nicht.

Der 1. Dirigent des Vereins Josef Zengerly leitete von 1883 bis zu seinem Tod 1909 die Kapelle. Von 1909 bis 1914, Ausbruch des 1. Weltkrieges, dirigierte Johann Simon die „LYRA". Die musikalische Tätigkeit wurde 1919 unter Dirigent Nikolaus Nittler wieder aufgenommen. Nikolaus Nittler führte die Kapelle bis 1930.

Ein Zöllner namens Becker übernahm die Führung bis 1931, die dann von Nikolaus Nittler bis 1933 fortgeführt wurde.

Ein zweiter Musikverein „HARMONIA ORSCHOLZ" wurde gegründet. Dirigent Peter Rupp (Saarwellingen) leitete das Blasorchester von 1925-1933. Die damalige Obrigkeit wünschte eine Zusammenführung der beiden selbständigen Vereine zu einem großen Orchester.

„S.A. KAPELLE ORSCHOLZ" war die vorgegebene Bezeichnung. Geleitet von Fritz Maron (Dreisbach) und mit ca. 60 Musikern musizierte das Orchester bis 1936 (Allgemeine Auflösung). Man begann noch im gleichen Jahr unter der Stabführung von Peter Zengerly und unter dem Namen "Feuerwehrkapelle - der Freiwilligen Feuerwehr Orscholz" sich weiterhin musikalisch zu betätigen. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 erlosch jede Vereinstätigkeit.

Fast alle Musiker waren einberufen oder dienstverpflichtet. Viele kehrten, nach 5 Jahren Krieg, nicht mehr, andere krank und müde, in die Heimat zurück. Die Vereinsinstrumente sowie das gesamte Notenmaterial waren verschollen. Man bemühte sich an Fronleichnam und Weißen Sonntag musikalisch wieder dabei zu sein. Man versuchte einen Neuanfang.

Um aber als Verein aufzutreten bedurfte es einer Genehmigung. Statuten, die den Vorgaben der Besatzungsmächte entsprachen, waren erforderlich. Aus unbescholtenen Personen war ein Vorstand zu benennen. Unter dem Namen „Musikvereinigung Orscholz" wurde 1949 die Neugründung vollzogen.

1. Vorsitzender : Johann Becker (Hannessen Scheng).

Für das Blasorchester zuständig:
Nikolaus Nittler, Dirigent: Peter Zengerly

Für das Streichorchester zuständig:
Valentin Rock, Dirigent: Rektor Schwichtenberg

Von 1952 bis 1959 führte Karl Nittler den Vorsitz.

Die weiteren Vorsitzenden:

  • 1959-1960 Kilian Kiefer
  • 1960-1964 Josef Kiefer
  • 1964-1965 Heinz Kuhn
  • 1965-1968 Josef Kiefer
  • 1968-1971 Erwin Schmitt
  • 1971-1972 Kurt Kuhn
  • 1972-1975 Erwin Schmitt
  • 1975-1977 Josef Kiefer
  • 1977-1989 Valentin Kreber
  • 1989-1993 Lothar Schmitt
  • 1993-1997 Valentin Kreber
  • 1997-2008 Evelin Lackas
  • 2008 bis jetzt Daniel Kiefer

Mit der Neugründung 1949 begann ein mühevoller Wiederaufbau. Zunächst wurde von handgeschriebenen Noten gespielt. Die unbedingt notwendigen Instrumente wurden von Spenden und Darlehen beschafft. Karl Nittler für Kelchinstrumente und Mathias Müller für Klarinetten und Saxophon zuständig, übernahmen die Ausbildung von Jungmusikern. 1951 nahm man schon wieder an auswärtigen Veranstaltungen, Jubiläumsfest in Mettlach, teil. Zwar langsam aber beständig ging es bergauf.

1953 wurde das 70. jährige Bestehen schon im größeren Rahmen begangen. Es gab einen Festkommers, Festzug und Ehrenspielen. Die Musikvereinigung Mettlach bestritt als Patenverein mit Streich- und Blasorchester am Kommersabend das Programm. Wäre 1953 da nicht die Zollfahndung gewesen, hätte man keine finanziellen Sorgen mehr gehabt. Fortlaufend gab es alle 5 Jahre bis1983 ein Stiftungsfest. 1983 feierte man mit großem Aufwand das 100 jährige , verbunden mit der Verleihung der „pro Musica Plakette".

1956 trat das Blasorchester neu uniformiert (kurze zweireihige Jacke, Hose und Mütze in marineblau) beim Osterkonzert auf.

Die Kapelle wurde bis jetzt viermal neu eingekleidet, 1981 zuletzt, ein Trachtenanzug: offene rote Jacke, kurze schwarzbunte Weste, schwarze Hose , hellblaues Hemd und silbergraue Krawatte aber ohne Kopfbedeckung.

Die auf Eigeninitiative von Benno Herzberger (Leiter Jugend-Tanzorchester) und Josef Kiefer durchgeführte Haus und Straßensammlung diente der Anschaffung einer „Lyra".

Im August 1956 fand die Lyraweihe statt:

  • Spieler: Benno Herzberger
  • Patin: Lehrerin Frl. Hilde Klein
  • Pate: Bürgermeister Gerhard Zengerly

1960 einigte man sich auf den jetzigen Vereinsnamen „MUSIKVEREIN 1883 ORSCHOLZ". Damit war man den älteren Musikern aus „LYRA" und „HARMONIA" entgegengekommen.

Mit der gerichtlichen Eintragung 1988 war eine neue Satzungsgebung erforderlich. Von da an führt der Verein den Zusatz „e.V." im Namen.

1972 schaffte sich der Verein eine Fahne, aus Spenden und Beiträgen finanziert, an. In einer Feierstunde wurde die Fahne von MdL Alfred Becker entrollt, von Pastor Josef Feltz geweiht und vom 1. Vorsitzenden Erwin Schmitt an den 1. Vereinsfahnenträger Erhard Büdinger übergeben.

Seit 1983 veranstaltet der Musikverein im alten Dorfkern (Burgecken), vom Wohlwollen der Anlieger abhängig, alljährlich das „Burgfest". Der Erlös erlaubt eine angemessene Entschädigung des Dirigenten, einen Zuschuss an die Schüler und die Beschaffung von nicht alltäglichen Musikinstrumenten. Der derzeitige Bestand an vereinseigenen Instrumenten besteht aus 104 Teilen: 56 Blasinstrumente und zum Schlagwerk gehörige 48 Instrumente.

An den vom BSM veranstalteten Wertungsspielen wurde, wenn es Besetzung und Leistung zuließen, teilgenommen. Bei der letzten Teilnahme 1999 haben wir mit dem Resultat „Hervorragend mit Belobigung" in der Oberstufe mit der besten Bewertung abgeschnitten. Dieses Ergebnis fußt in einer professionellen Ausbildung des Dirigenten und der Schüler, sowie der Bereitschaft aller Aktiven an der dazu erforderlichen Probearbeit teilzunehmen.

Zu den Dirigenten nach dem Wiederbeginn. Peter Zengerly (ab1949) schied aus Altersgründen 1957 als Dirigent aus. Die nachfolgenden Dirigenten des Blasorchesters waren:

  • 1957 drei Monate Günther Merziger
  • 1957 - 1960 Mathias Müller
  • 1960 - 1962 Rudolf Lackas
  • 1962 - 1974 Josef Zengerly
  • 1974 - 1979 Franz Lackas
  • 1979 - 1990 Horst Schmitt
  • 1990 - 1992 Ralf Lackas
  • 1992 - 2005 Frank Behr
  • 2005 - 2007 Stefan Weber
  • 2007 - 2009 Olivier Gravier
  • 2010 - 2011 Thomas Raoult
  • 2012 - 2014 Marc Bilz
  • 2014 -          Frank Behr

Fazit:

Die Dirigenten des Blasorchesters, bis auf drei Ausnahmen, waren und sind Eigengewächse des Musikvereins. Dem Musikverein waren und sind teilweise noch seit 1950-2000 folgende Gruppen zugehörig:

  • Blasorchester
  • Streichorchester
  • Tanzorchester
  • Jugendorchester

Geprobt wurde bis 1975 in öffentlichen örtlichen Schank und Nebenräumen. Seit 1975 stellt die Zivilgemeinde unentgeltlich Proberäume zur Verfügung, was sich auf die Leistungen des Orchesters positiv auswirkt.

Mit dem Dirigenten Frank Behr ist es gelungen den Schritt weg von der herkömmlichen Dorfmusik, hin zur anspruchsvolleren konzertanten originalen Blasmusik, zu schaffen. Beileibe kein Nachteil für den Verein. Konzerte werden alljährlich an Ostern und in den Monaten Oktober oder November aufgeführt.

Auftritte bei Anlässen der Zivilen- sowie der Kirchengemeinde und bei in- und externen Veranstaltungen des Vereins werden von den Mitgliedern selbstlos und ehrenamtlich getätigt. Zu dem großen Orchester gehören 65 MusikerInnen. Im Jugend- bzw. „POP-ORCHESTER" spielen 24 JungmusikerInnen und die Musikschüler. Alle Mitglieder nehmen noch regelmäßig an einer Aus- bzw. Fortbildung bei Musiklehrern teil.

Allen lebenden und den nicht mehr unter uns weilenden Mitgliedern sei hiermit, für all ihre Bemühungen, die Gründung des Vereins, und das Weiterbestehen (117 Jahre), recht herzlich gedankt.

Josef Zengerly

Musikverein "1883" Orscholz
Querschnitt durch die Geschichte des Vereins

von 1883 bis 1983
"in extenso"

(Auszug aus der Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Musikvereins Orscholz (Datei im pdf-/Acrobat-Reader-Format).